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Barometer macht Sommerpause

Das Geschäftsklima in Sachsen bewegt sich kaum: Die Lage wird besser beurteilt als die Aussichten.

Sachsenbarometer 06/2010

Dresden. Der Ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Juni etwas gestiegen. In der gewerblichen Wirtschaft Sachsens hingegen war eine leichte Eintrübung des Geschäftsklimas feststellbar. Maßgeblich hierfür waren die Angaben der Unternehmen zur den Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate, welche seit Jahresende 2009 erstmalig wieder mehrheitlich ungünstiger eingeschätzt wurden. Ihre Geschäftslage haben die Befragungsteilnehmer jedoch erneut zufriedener beurteilt. Unterm Strich gibt es kaum Bewegung.

INDUSTRIE: JEDER FÜNFTE GUT

Im verarbeitenden Gewerbe schätzt etwa jedes fünfte Unternehmen seine Geschäftslage als „gut" ein. Die Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten wird indes weniger günstig angesehen. Bei den Erwartungen zum Export der folgenden drei Monate gibt es mehr Optimismus. Besonders Produzenten von Investitionsgütern erwarten eine Zunahme ihrer Auslandsgeschäfte. Das Geschäftsklima hellt sich nach Eintrübung im April und Mai wieder auf.

BAU: AUSLASTUNG STEIGT

Die durchschnittliche Geräteauslastung im Bauhauptgewerbe lag im Juni saisonbereinigt bei 71 Prozent - ein Plus von vier Prozentpunkten zum Mai. Die Firmen berichten mehrheitlich von gestiegener Bautätigkeit. Auftrags- und Geschäftslage wurden weniger schlecht eingeschätzt. Mehr Pessimismus gibt es bei den Geschäftsaussichten für die nahe Zukunft.

HANDEL: MEHR PESSIMISTEN
Das Geschäftsklima im Handel hat sich das zweite Mal in Folge verschlechtert. Die Firmen gehen von einer ungünstigeren Entwicklung aus. Vor allem die Meldungen im Großhandel waren erstmals seit Februar wieder negativ. Der Umsatz im Einzelhandel liegt weiter deutlich unter Vorjahresniveau.

WENIGER FIRMENPLEITEN
Sachsens Wirtschaft atmet auf. Die Geschäfte laufen wieder besser, und die Zahl der Firmenpleiten im Freistaat ist in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 920 Fälle zurückgegangen. Noch im Vorjahreszeitraum wurden 970 Unternehmensinsolvenzen gezählt. Damit verlief die konjunkturelle Erholung in Sachsen im ersten Halbjahr schneller und kräftiger als im Bundesgebiet insgesamt. Deutschlandweit stiegen die Insolvenzzahlen als Folge der Rezession noch einmal um sieben Prozent. Allein das verarbeitende Gewerbe war in Sachsen stark betroffen. (SZ)



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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