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Stimmung in Sachsens Mittelstand etwas schlechter

Das Sachsenbarometer legt bei seiner Rekordjagd im Spätherbst eine Pause ein.

Sachsenbarometer 10/2010

Dresden. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Oktober das fünfte Mal in Folge gestiegen. Während
sich die Stimmung in den neuen Ländern insgesamt aufhellte, sank der Klimaindex in Sachsens Wirtschaft um rund einen Indexpunkt. Die Befragungsteilnehmer schätzen sowohl ihre Geschäftslage als auch ihre Perspektiven für die kommenden sechs Monate weniger optimistisch ein als zuvor.

INDUSTRIE IM STIMMUNGSHOCH
Der Klimaindikator im verarbeitenden Gewerbe erreichte im Oktober sein bislang höchstes Niveau. Der Geschäftslagesaldo liegt mit rund 42 Prozentpunkten deutlich im positiven Bereich. Zudem beurteilte fast jedes fünfte Unternehmen seine künftige Geschäftsentwicklung als „günstiger". Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung lag im Oktober bei knapp 84 Prozent und stieg im Jahresvergleich um etwa zehn Prozentpunkte. Zudem erhöhte sich die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände.

BAU HAT WEINIGER ZU TUN

Das Geschäftsklima am Bau hellte sich erneut auf. Verantwortlich dafür sind die Angaben zur Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr, die weniger pessimistisch beurteilt wurden als zuvor. Dennoch berichtete rund jede fünfte Firma von gesunkener Bautätigkeit und mehr als jede vierte über Auftragsmangel. Die Beschäftigungsaussichten verschlechterten sich, und die meisten Unternehmen planen einen Personalabbau.

HANDEL UNTER PREISDRUCK
Die Stimmung im Handel hat sich nach einem Hoch wieder eingetrübt. Nach Angaben der Unternehmen nimmt der Preisdruck deutlich zu. Jeder dritte Betrieb im Großhandel und jede sechste Firma im Einzelhandel erwarten einen Anstieg ihrer Verkaufspreise in den nächsten drei Monaten.

WENIGER FORDERUNGSAUSFALL
Der Konjunkturaufschwung hat positive Wirkungen auf das Zahlungsverhalten. Sachsens Mittelständler beklagen weniger Forderungssausfälle als im Jahr 2009. Nur rund sieben Prozent der Unternehmen mussten in den letzten Monaten Zahlungsausfälle von mehr als einem Prozent ihres Jahresumsatzes hinnehmen (Vorjahr: zwölf Prozent). Keine Ausfälle meldet jeder Vierte, gut ein Drittel der Unternehmen (38 Prozent) hatte geringe Forderungsverluste zu beklagen. Die Zahlungsweise der privaten und gewerblichen Kundschaft wird von 72 Prozent der Mittelständler mit „sehr gut" oder „gut" bewertet. Ist die öffentliche Hand der Auftraggeber, vergeben nicht einmal 48 Prozent der befragten Unternehmen eine gute Note.



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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