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Das Sachsenbarometer fällt

Die Firmenchefs im Freistaat sind zufrieden mit der Geschäftslage - aber sie haben Zukunftssorgen.

Dresden. Zum zweiten Mal nacheinander ist der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands gefallen. Auch in Sachsen geht das Barometer zurück. Dabei sind die sächsischen Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit ihrer momentanen Geschäftssituation per saldo zufriedener als im Vormonat. Aber hinsichtlich der Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr zeigen sie deutlich weniger Optimismus.

In Sachsens Industrie hat sich der Klimaindikator im April geringfügig verschlechtert. Insbesondere die Exporteure erwarten weniger starke Impulse aus dem zukünftigen Auslandsgeschäft. Die Betriebe sind aber jetzt gut ausgelastet: durchschnittlich zu fast 87 Prozent. Im Januar waren es noch 85 Prozent. Bei der durchschnittlichen Reichweite der Auftragsbestände ist laut Umfrage ebenfalls ein Anstieg zu erkennen.

Im Bauhauptgewerbe Sachsens hat die positive Entwicklung des Geschäftsklimas nach vier Monaten nun ein Ende. Sowohl bei den Geschäftserwartungen als auch bei der derzeitigen Geschäftslage ist im April deutlich mehr Pessimismus festzustellen. Dies zeigt sich auch bei der Einschätzung zur Entwicklung des Personalbestands der Firmen. Per saldo wollen die Befragungsteilnehmer ihre Zahl an Mitarbeitern in den nächsten drei Monaten verringern.

Sachsenbarometer April 11

Händler sind pessimistisch

Während sich das Geschäftsklima im Großhandel aufhellt, verschlechtert sich der Klimaindikator im Einzelhandel. Maßgeblich dafür sind die Meldungen hinsichtlich der aktuellen Geschäftslage: Die Großhändler sind mit ihrer derzeitigen Geschäftssituation erheblich zufriedener, aber die Einzelhändler nicht. Den Verlauf der Geschäfte in der nahen Zukunft beurteilen die Unternehmen aus beiden Handelsabteilungen per saldo erheblich pessimistischer.

Auf Fragen zum Arbeitsmarkt haben drei von zehn Unternehmen berichtet, dass sie in den zurückliegenden sechs Monaten zusätzliches Personal eingestellt haben. Vor einem Jahr sagte das nur jedes sechste Unternehmen. Jobmotor sind vor allem der Handel und der Dienstleistungssektor. Dort entstanden per saldo zusätzliche Arbeitsplätze. Doch es gab auch Stelenstreichungen - bei 13,1 Prozent der befragten Mittelständler.

Der Dresdner Ifo-Konjunkturforscher Robert Lehmann beurteilt die Abwärtszeichen im Barometer nicht als konjunkturellen Rückschlag. Er sagt, die Konjunkturindikatoren befänden sich „trotz internationaler Risiken weiterhin auf einem sehr hohen Niveau".



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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