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Geschäftsklima in Sachsen hellt sich immer weiter auf

Die Lage ist gut, und es wird noch besser: Das erhoffen sich die Firmen im Freistaat laut Sachsenbarometer. Bei der Kreditvergabe sehen sie aber Probleme.

Sachsens Firmen erwarten künftig eine bessere Geschäftslage. Der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Juni erstmals seit Februar wieder gestiegen. Die Klimaindikatoren für die ostdeutschen Länder insgesamt sowie für Sachsen haben sich ebenfalls verbessert. Maßgeblich für die Aufhellung des Geschäftsklimas sind die Angaben der sächsischen Unternehmen bezüglich ihrer Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate, die sie per saldo günstiger einschätzen als zuvor. Mit ihrer derzeitigen Geschäftslage sind die sächsischen Unternehmen fast so zufrieden wie im Vormonat.

Sachsenbarometer 06/2011


Industrie extrem zufrieden


Im aktuellen Berichtsmonat Juni hat sich das Geschäftsklima im sächsischen Verarbeitenden Gewerbe deutlich aufgehellt. Die Unternehmen sind mit ihrer derzeitigen Geschäftssituation außerordentlich zufrieden. Hinsichtlich des Geschäftsverlaufs in der nahen Zukunft zeigte sich in den Angaben der sächsischen Industriefirmen deutlich mehr Optimismus als zuvor. Diejenigen Unternehmen, die ebenfalls im Auslandsgeschäft tätig sind, erwarten weiterhin eine positive Exportentwicklung, allerdings etwas abgeschwächter als im Vormonat. Das gilt auch für Neueinstellungen. Die befragten Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes wollen ihren Personalbestand in den kommenden drei Monaten erhöhen, wenn auch nicht mehr ganz so kräftig wie im Mai.


Auslastung am Bau ist hoch


Der Klimaindikator im Bauhauptgewerbe Sachsens hat sich im aktuellen Berichtsmonat kräftig verbessert. Sowohl ihre derzeitige Geschäftslage als auch ihre Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr schätzen die Baufirmen günstiger ein als zuletzt. Die durchschnittliche saisonbereinigte Kapazitätsauslastung bleibt auch im Juni auf einem sehr hohen Niveau, wenngleich diese etwas geringer ist als im Mai.


Handel plant Einstellungen


Das Geschäftsklima in beiden sächsischen Handelsstufen hat sich jüngst etwas verschlechtert. Maßgeblich hierfür sind die Angaben der hier ansässigen Großhändler bezüglich ihrer aktuellen Geschäftssituation. Diese empfinden ihre Geschäftslage weiterhin als gut, wenngleich die Großhändler per saldo weniger zufrieden sind. Die Beschäftigungsaussichten haben sich zuletzt in beiden Handelsstufen verbessert. Insgesamt gehen die sächsischen Firmen beider Handelsabteilungen davon aus, ihren Personalbestand in der nahen Zukunft zu erhöhen.


Kredite schwer erhältlich


Die Wirtschaft brummt. Doch kommen die mittelständischen Unternehmen im Freistaat auch an benötigte Kredite, um beispielsweise Investitionen zu finanzieren und Warenlager aufzufüllen? Insgesamt schätzen die sächsischen Unternehmen die Finanzierungsbedingungen weiter als schwierig ein. Nur jeder Fünfte (20,4 Prozent) sieht einer geplanten Kreditaufnahme ohne Sorge entgegen. Kritisch ist dies, weil der Bankkredit für den Mittelstand nach wie vor die Finanzierungsquelle Nummer eins ist. Dabei sind steigende Zinsen Gift für die Unternehmen. Eine Kreditklemme droht indes nicht. Lediglich acht Prozent der sächsischen Unternehmen befürchten eine Ablehnung des Kreditantrags.

Besonders kleine Firmen seien davon betroffen, so Thomas Schulz, Prokurist bei Creditreform Dresden: „Vor allem die Höhe der zu stellenden Sicherheiten und eine intensivere Prüfung durch die Kreditgeber erweisen sich als Hürden beim Kreditzugang. Dabei ist der kleine Mittelstand, der keinen Zugang zum Kapitalmarkt hat, besonders betroffen."



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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