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Sachsenbarometer 11/2013 - Mehr Geld für Geschenke

Das Sachsenbarometer fällt, doch vor Weihnachten erwarten die Händler Großzügigkeit.

Ralf Schube kennt sich aus mit Herrnhuter Sternen und Riesen-Schneekugeln aus Plexiglas: Der Technische Leiter des Bautzener Kornmarkt-Centers hat die Passagen zwischen den über 70 Läden wieder für den Winter geschmückt. Das größte Einkaufszentrum der Oberlausitz zieht auch Kunden aus Görlitz und Zittau an - und Tschechen, die sich auch zunehmend in den Dresdner Kaufhäusern umschauen. Vor allem zum verkaufsoffenen Sonntag am 15. Dezember in Bautzen rechnet Schube mit Hochbetrieb, während in Dresden die Geschäfte für den 8. und 22. Dezember zum Sonntagseinkauf laden.

Ob die Kunden in diesem Jahr mehr Geld ausgeben, darüber traut sich der Bautzener Schube zu Beginn der Adventszeit noch kein Urteil zu. Doch der Handelsverband Deutschland ist sicher, dass die umsatzstärkste Zeit des Jahres begonnen hat: Spielwarenhändler machen fast ein Drittel ihres Geschäfts in den beiden letzten Monaten des Jahres, Buchhändler ein Viertel. Um etwa 1,2 Prozent größer als voriges Jahr wird der Weihnachtsumsatz, sagt der Handelsverband voraus - der Online-Handel werde sogar um 15 Prozent zulegen.

Zwischen Ost- und Westdeutschen gibt es kaum Unterschiede, wenn es ums Geldausgeben zu Weihnachten geht - das haben die Konsumforscher der Nürnberger GfK bei einer repräsentativen Umfrage herausgefunden. Im vorigen Jahr gaben die Ostdeutschen demnach zwei Euro mehr aus als die Westdeutschen, in diesem Jahr 17 Euro weniger. Im Durchschnitt werden die Deutschen dieses Jahr 288 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben, das sind drei Euro mehr als voriges Jahr. Allerdings zeigen sich einige Altersgruppen dieses Jahr in der Umfrage sparsamer: die 14- bis 24-Jährigen und die 35- bis 54-Jährigen. Senioren wollen dagegen mehr ausgeben.

Sachsenbarometer 11/2013Sachsens Firmenchefs in Sorge

Eine Umfrage unter sächsischen Unternehmern zeigt unterdessen gedämpfte Stimmung: Der Optimismus hat sich laut Sachsenbarometer spürbar eingetrübt. Zwar laufen die momentanen Geschäfte prächtiger als in den letzten Monaten. Dennoch sorgen sich die Firmen im Freistaat Sachsen wieder etwas mehr um ihre Zukunft. Sachsens Arbeitsmarkt hingegen lässt das kalt: Das Beschäftigungsbarometer hat noch einmal kräftig zugelegt.

Handel: Höhere Preise in Großhandel und Läden geplant

Während sich im sächsischen Großhandel das Geschäftsklima auch im November verbessert, trübt sich die Stimmung der Einzelhändler trotz der Adventsstimmung ein. Der Umfrage zufolge müssen Verbraucher, aber auch Unternehmer, mit steigenden Preisen rechnen: Insgesamt wollen die Groß- und Einzelhändler ihre Verkaufspreise in den kommenden Monaten anheben.

Bauwirtschaft: Viel zu tun, vor allem im Straßenbau

Dank des spät einsetzenden Winters können die sächsischen Baufirmen ihre gut gefüllten Auftragsbücher nutzen. Die befragten Unternehmen aus dem sächsischen Bauhauptgewerbe sind mit ihren momentanen Geschäften vollends zufrieden. Das zeigt sich auch an der durchschnittlichen Auslastung ihrer Geräte. Im November ist es vor allem der Tiefbau, der eine positive Entwicklung zeigt. Aber auch im sächsischen Bau breiten sich Sorgen über den zukünftigen Geschäftsverlauf aus.


Industrie: Die Lieferanten der Fabriken schwächeln


Die Zukunft für die Hersteller von Maschinen und Ausrüstungen gestaltet sich im November etwas schwieriger als in der Vergangenheit. Die für die sächsische Wirtschaft wichtigen Investitionsgüterhersteller blicken mehrheitlich skeptisch auf ihren weiteren Geschäftsverlauf. Auch hat die Zufriedenheit über die aktuelle Auftragslage nachgelassen. Die Konjunkturforscher des Ifo-Instituts in Dresden glauben allerdings nur an einen kurzfristigen Dämpfer und sagen, die wirtschaftliche Entwicklung im Freistaat Sachsen stehe weiterhin auf soliden Beinen. Etwas Sorgen machen sich die Forscher über den Fahrzeugbau: Konjunkturexperte Robert Lehmann sagt, falls sich das wirtschaftliche Umfeld für diesen Wirtschaftsbereich nicht grundlegend verbessere, könne das ein „erhebliches Gefahrenpotenzial" für die sächsische Wirtschaft bedeuten.



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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