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Sachsenbarometer 03/2014 - Handwerk sieht goldenen Boden

Drei von vier Betrieben geht es gut. Wäre da nicht die Krimkrise.

Dresden. „Rot, rot, rot sind alle meine Kleider", klingt es auf der Website des Malerbetriebs Wulf Mothes in Dohna. Die Handwerksfirma bei Dresden nutzt das Kinderlied dort als Werbeclip. „Schwarz, schwarz, schwarz sind alle meine Zahlen", könnte Chefin Katrin Mothes-Rackow (40) eine Strophe hinzufügen. Mit Bruder Ralf Mothes führt sie den 1946 gegründeten, in der DDR zwischenzeitlich enteigneten, Familienbetrieb in dritter Generation. Ob Malerarbeit, Komplettsanierung, Restaurierung, Bodentechnik: bei Mothes läuft's - auch dank des anziehenden Wohnungsbaus und späteren Jobs zur Beseitigung der Flutfolgen. „Wenn's was zu meckern gibt, dann über Pläne in der Politik, den 2009 eingeführten steuerlichen Handwerkerrabatt wieder abzuschaffen", sagt Ralf Mothes.

Dabei lebt Mothes maßgeblich von öffentlichen Aufträgen. Ob TU Dresden, Schulen, Krankenhäuser, Landesarchiv, Museen oder „Platte" einer Wohnungsbaugesellschaft: der 40-Mann-Betrieb mit vier Millionen Euro Jahresumsatz ist dabei. Anders als das Baugewerbe fürchten die Geschwister kein Auftragsloch im Sommer. „Wir haben sechs Monate Vorlauf", sagt Ralf Mothes (35), Technikchef in einem von fast 2.500 Maler- und Lackierbetrieben Sachsens.

Beschwingt wie bei Mothes im Video ist vielen Handwerkern in Sachsen zumute. Das belegt eine Umfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Dort beurteilen fast drei Viertel der Firmen ihre Geschäftslage mit gut oder sehr gut - zwölf Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr und weit mehr als das deutsche Mittel von 63 Prozent. Nur einem von 100 Unternehmen im Freistaat geht es nach eigenem Bekunden schlechter als im Frühjahr 2013. Fast jeder dritte Handwerker spricht von Umsatzplus, gut jeder vierte rechnet mit mehr Gewinn. Noch spiegelt sich die Euphorie aber nicht in deutlich mehr Jobs wider. Nur gut jeder fünfte Betrieb hat Leute eingestellt, auch die Investitionsbereitschaft liegt nur leicht über dem Vorjahr. Insgesamt schlägt das Sachsenbarometer im März wenig aus.

Sachsenbarometer 03/2014Industrie: Zukunft ungewiss

In der Industrie ging es im März nicht weiter bergauf. Die Industrie machte zwar bessere Geschäfte, für die Zukunft überwiegt aber die Skepsis - vor allem bei Exporteuren. „Die Schwäche aufstrebender Volkswirtschaften wie China und das Risiko einer Zuspitzung der Krise in Osteuropa hinterlassen Spuren", sagt Robert Lehmann vom Ifo Institut in Dresden. „Sollte es wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland geben, wäre die Wirtschaft im Freistaat spürbar betroffen. Russland ist einer seiner fünf wichtigsten Handelspartner."

Bau: Erst Aufstieg, dann der Fall

Trotz guter Witterung sind die Baufirmen im März weit weniger zufrieden mit der Auftragslage. Das spürt man auch an der Geräteauslastung, die nur noch wenig über dem langjährigen Mittel liegt. Auch der Blick in die Zukunft ist pessimistischer.

Handel: Sektlaune kaum getrübt

Die weiterhin gute Stimmung im Handel hat sich im März nur geringfügig verschlechtert. Die Bereitschaft, in der Zukunft neues Personal einzustellen, ist hingegen deutlich gestiegen.



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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