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Sachsenbarometer 12/2015 - Wintergraue Stimmung bei Sachsens Unternehmern

Das Sachsenbarometer zeigt zum Jahresende überall nach unten. Dabei war das Jahr gut.

Dresden. Die sächsische Wirtschaft hat zum Jahresabschluss einen deutlichen Dämpfer hinnehmen müssen. Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, hat sich spürbar verschlechtert. „Der Rückgang des Barometers ist kräftig. Jedoch bestätigt der Verlauf innerhalb des Jahres unsere Prognose: Das Wirtschaftswachstum in Sachsen dürfte im Jahr 2015 1,9 Prozent betragen", beschwichtigt Robert Lehmann von der Niederlassung des Dresdner Ifo-Insituts. Im historischen Vergleich steht der Wirtschaftsindikator weiterhin auf sehr hohem Niveau. Insgesamt blickt die sächsische Wirtschaft auf ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr 2015 zurück.

Das lässt sich auch an den dickeren Finanzpolstern der Unternehmen ablesen. Die Analyse der Eigenkapitalausstattung zeigt, dass die Betriebe aller Größenklassen und Branchen ihre finanzielle Widerstandsfähigkeit im Zeitraum von 2008 bis 2013 merklich verbessern konnten - insbesondere in Ostdeutschland. Mit einer Eigenkapitalquote von fast 34 Prozent übernimmt Sachsen deutschlandweit die Spitze, gefolgt von Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

„Die Relation des Eigenkapitals zur Bilanzsumme dient auch als Maßstab für die Krisenanfälligkeit eines Unternehmens. Je höher die Eigenkapitalquote ist, desto geringer ist die Ausfallwahrscheinlichkeit", erklärt Thomas Schulz, Prokurist bei Creditreform Dresden. Jedoch ist die gestiegene Eigenkapitalquote auch ein Hinweis auf geringe Investitionsbereitschaft der Unternehmen.

Sachsenbarometer12/2015Industrie: Aufschwung verpufft

Das Verarbeitende Gewerbe kann seinen kräftigen Anstieg aus dem November im Dezember nicht bestätigen. Im Gegenteil: Der Klimaindikator fällt annähernd auf das Niveau von Oktober zurück. Maßgeblich sind die schlechteren Einschätzungen der sächsischen Industriefirmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage. Zudem haben sie ihren Optimismus bezüglich des zukünftigen Geschäftsverlaufs nach unten revidiert. Das Verarbeitende Gewerbe in Sachsen dürfte dennoch ein positives Jahresergebnis aufweisen.

Uneinigkeit im Handel

Der Klimaindikator im sächsischen Handel hat im Dezember spürbar nachgegeben. Jedoch liegen die Lageeinschätzung und die Geschäftserwartungen weiterhin über dem langfristigen Mittelwert. Die Großhändler berichten sogar von Umsatzsteigerungen im Vergleich zum Dezember 2014. Die Einzelhandelsfirmen in Sachsen berichten hingegen von Erlösrückgängen im Vorjahresmonatsvergleich. Dies könnte auf ein schlechteres Weihnachtsgeschäft hindeuten.

Bau an Kapazitätsgrenze

Im Bauhauptgewerbe Sachsen hat sich die Stimmung im Dezember etwas abgekühlt. Die sächsischen Baufirmen sind mit ihren laufenden Geschäften weiterhin sehr zufrieden, jedoch etwas weniger im Vergleich zum Vormonat. Außerdem erwarten sie eine nicht mehr so günstige Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten.


Text: Robert Lehmann (ifo-Institut), Marco Henkel (Sächsische Zeitung) und Thomas Schulz (Creditreform)



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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