DOWNLOADS

Unterlagen zum Herunterladen

Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Herbst 2006

Vollständige Analyse als PDF-Datei
(182,00 kByte)

KONTAKT

Haben Sie noch Fragen? Kontaktieren Sie uns...

Ansprechpartner

Ihre Ansprechpartner bei Creditreform Dresden

So finden Sie uns

Wie freuen uns auf Ihren Besuch...

Kleine und mittlere Unternehmen: Konjunktur mit Schwung

Deutschlands mittelständische Unternehmen geben der Konjunktur gute Noten. Nicht nur die aktuelle gesamtwirtschaftliche Situation wird deutlich positiver als vor einem Jahr bewertet - auch die Zukunftsperspektiven haben sich aufgehellt. Zurückhaltung üben kleine und mittlere Unternehmen allerdings bei den Investitionen. Und auch die Situation beim Eigenkapital braucht noch Impulse.

43,1 Prozent der befragten gut 4.000 mittelständischen Betriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage mit sehr gut und gut, das sind 12,5 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Mit mangelhaft und ungenügend voten nur noch 4,8 Prozent der Befragten (Vorjahr: 10,1 Prozent). Die deutlichsten Verbesserungen verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe: Mehr als die Hälfte aller Befragten dieser Branche (50,9 Prozent; Vorjahr: 32,9 Prozent) geben der momentanen Geschäftslage ihres Unternehmens die Noten sehr gut und gut. Mit mangelhaft und ungenügend urteilen nur noch 4,5 Prozent (Vorjahr: 11,6 Prozent), so dass der Saldo der Geschäftslage im Verarbeitenden Gewerbe binnen Jahresfrist um 25,1 Prozentpunkte auf 46,4 Prozent stieg.

Wilage Mit, Herbst 2006, Abb.1

Umsatzplus vor allem im Handel
Die Umsatzsituation hat sich deutlich verbessert: Im letzten halben Jahr registrierten 37,6 Prozent der Unternehmen steigende Umsätze (Vorjahr: 27,9 Prozent) und 18,0 Prozent (Vorjahr: 26,2 Prozent) sinkende. Der Saldo stieg um 17,9 Prozentpunkte auf 19,6 Prozent an. Insbesondere der Handel blickt auf gestiegene Umsatzzahlen: 38,8 Prozent (Vorjahr: 29,1 Prozent) konnten hier mehr umsetzen als noch vor einem halben Jahr und nur noch 21,2 Prozent der Befragten (Vorjahr: 30,0 Prozent) erlitten Umsatzeinbußen.

Der Mittelstand sendet Arbeitsmarktimpulse: 27,6 Prozent (Vorjahr: 22,2 Prozent) haben in den vergangenen sechs Monaten ihren Personalbestand aufgestockt und nur 12,6 Prozent (Vorjahr: 18,9 Prozent) mussten sich von Mitarbeitern trennen. Vorreiter in punkto Neueinstellungen ist das Verarbeitende Gewerbe: 31,4 Prozent haben mehr Personal eingestellt - das sind 12,5 Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. Ihren Mitarbeiterstab verkleinert haben demgegenüber 14,8 Prozent. Im Herbst 2005 waren es noch 22,0 Prozent.

Wilage Mit, Herbst 2006, Abb.2

Zukunft: Der Aufschwung trägt
Deutschlands Mittelstand blickt optimistisch in die nahe Zukunft. Ein knappes Drittel der Befragten (31,9 Prozent) geht davon aus, seinen Umsatz in den kommenden sechs Monaten steigern zu können. Im Herbst 2005 waren es lediglich 22,6 Prozent. Umsatzeinbrüche fürchten nur noch 13,4 Prozent im Vergleich zu 22,4 Prozent im letzten Jahr. Der Umsatzsaldo stieg im Jahresverlauf um 18,3 Prozentpunkte auf 18,5 Prozent und liegt damit so hoch wie in den letzten zehn Jahren nicht. Insbesondere die Dienstleister blicken optimistisch in die Zukunft: Ein knappes Drittel hofft auf steigende Umsätze (32,9 Prozent; Vorjahr: 25,2 Prozent) und nur noch gut jedes zehnte Unternehmen (11,7 Prozent; Vorjahr: 18,8 Prozent) befürchtet sinkende Umsätze.

Die künftige Ertragslage der Unternehmen wird durchweg positiver als noch vor einem Jahr eingeschätzt: 31,8 Prozent der Befragten gehen davon aus, in Zukunft mehr Gewinne zu erwirtschaften, das sind 7,2 Prozentpunkte mehr als noch 2005. Dagegen fürchtet nur noch gut jeder fünfte Betrieb Ertragseinbußen (21,1 Prozent). Im letzten Herbst waren es mit 35,7 Prozent noch deutlich mehr. Die kräftigsten Verbesserungen gab es im Handel: Rechneten im Herbst 2005 nur 21,6 Prozent der Befragten mit steigenden Erträgen, sind es aktuell 33,1 Prozent. Die Zahl der Betriebe, die mit rückläufigen Gewinnen rechnen, sank von 42,1 auf 18,7 Prozent.

Personalplanung so positiv wie in den letzten zehn Jahren nicht
Der Saldo der künftigen Personalentwicklung liegt im Herbst 2006 das erste Mal seit zehn Jahren im positiven Bereich. 14,3 Prozent der befragten Mittelständler wollen ihren Personalbestand aufstocken (Vorjahr: 11,8 Prozent) und nur noch jedes zehnte Unternehmen (10,4 Prozent; Vorjahr: 17,6 Prozent) plant, sich von Mitarbeitern zu trennen. Als Jobmotor kristallisiert sich die Dienstleistungsbranche heraus: 18,0 Prozent planen, ihren Mitarbeiterstab zu vergrößern (plus 3,6 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr). Dagegen werden nur noch 8,2 Prozent ihren Personalbestand verkleinern. Im letzten Herbst waren es noch 11,8 Prozent. Den größten Sprung in punkto Neueinstellungen machten die Händler: Hier stieg der Saldo des künftigen Personalbestandes von ehemals minus 7,3 Prozentpunkten auf jetzt plus 2,0 Prozent an.

Wilage Mit, Herbst 2006, Abb.3

Nur wenig mehr Investitionen
Die Investitionsneigung zeigt, anders als die vorangegangenen Aussagen vermuten lassen, keine deutliche Belebung: 42,8 Prozent der Mittelständler wollen im kommenden Halbjahr Investitionen tätigen - das ist nur ein Prozentpunkt mehr als noch vor einem Jahr. Und wenn investiert wird, dann in den Ersatz alter Maschinen und Anlagen (64,2 Prozent). Erweiterungsinvestitionen planen hingegen nur 46,6 Prozent der Befragten - 2,5 Prozentpunkte weniger als noch vor einem Jahr. Auch die Rationalisierungsinvestitionen gehen zurück: Wollten im vergangenen Jahr noch 25,6 Prozent rationalisieren, sind es aktuell nur noch 20,8 Prozent. Am investitionsfreudigsten sind - wie auch schon im vergangenen Jahr - die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Knapp die Hälfte (49,3 Prozent; Vorjahr: 45,3 Prozent) der Befragten dieser Branche wollen in den kommenden Monaten Investitionen tätigen.

Wilage Mit, Herbst 2006, Abb.5

Noch kein Durchbruch beim Eigenkapital
Die Eigenkapitalausstattung verzeichnet keine deutliche Verbesserung. Zwar sank die Zahl der unterkapitalisierten Unternehmen (weniger als 10 Prozent Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) um 7,3 Prozentpunkte auf 29,3 Prozent. Die Zahl der solide kapitalisierten Unternehmen (mehr als 30 Prozent im Verhältnis zur Bilanzsumme) hat sich jedoch nicht vergrößert - mehr noch: Sie ging sogar
leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 22,1 Prozent zurück.

Wilage Mit, Herbst 2006, Abb.4

Mehr Unternehmen ohne Verluste
Die Zahl der hohen Forderungsverluste von mehr als einem Prozent im Verhältnis zum Umsatz ist rückläufig. Hatten im vergangenen Herbst noch 18,5 Prozent der Betriebe mit Forderungsverlusten in dieser Höhe zu kämpfen, sind es aktuell nur noch 15,2 Prozent. Keine Verluste zu beklagen haben aktuell 15,4 Prozent der Befragten im Vergleich zu 14,4 Prozent im Herbst 2005. Die Zahl der Gesamtinsolvenzen in Deutschland beträgt im ersten Halbjahr 2006 76.300 Fälle. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2005 entspricht dies einer Steigerung von 16,6 Prozent (1. Halbjahr 2005: 65.410).

16.700 Insolvenzanträge in den ersten sechs Monaten dieses Jahres betreffen Unternehmen. Gegenüber 19.150 betroffenen Betrieben im ersten Halbjahr 2005 ist diese Zahl um 12,8 Prozent gesunken. Die Creditreform Wirtschaftsforschung rechnet für das Gesamtjahr 2006 mit 32.000 bis 34.000 Unternehmensinsolvenzen und 130.000 bis 140.000 Insolvenzen von Privatpersonen, so dass die Zahl der Gesamtinsolvenzen im Jahr 2006 zwischen 162.000 und 174.000 Fällen liegen wird.

Wilage Mit, Herbst 2006, Abb.6

Hamburgs Unternehmer sind am zufriedensten
Der Blick auf die Geschäftslage nach Bundesländern offenbart deutliche Unterschiede in der Stimmungslage. Am besten beurteilen die Hamburger Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage: Zwei Drittel (66,6 Prozent) vergeben die Noten sehr gut und gut - kein Unternehmer urteilt mit mangelhaft oder ungenügend. Auf Platz zwei folgen die Länder Bremen (Saldo aus guten und schlechten Voten: 63,0 Prozent) und Baden-Württemberg (Saldo: 51,7 Prozent). Am Ende der Skala rangieren die Unternehmer aus dem Saarland: Nur 24,1 Prozent der Befragten dort schätzen ihre aktuelle Geschäftslage mit sehr gut und gut ein, aber 15,5 Prozent urteilen mit mangelhaft oder ungenügend.

Die investitionsfreudigsten Unternehmer leben in Sachsen. 62,4 Prozent der Befragten dieses Bundeslandes wollen in den kommenden sechs Monaten Investitionen tätigen. In Hamburg sind es 53,3 Prozent und in Baden-Württemberg 49,5 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern werden in Zukunft die wenigsten Investitionen getätigt: Lediglich 33,3 Prozent der Unternehmen wollen im nächsten halben Jahr investieren.

Wilage Mit, Herbst 2006, Abb.7

CrefoINFO

Unser Newsletter - kompakte
Informationen für Entscheider

Vorsicht beim Umgang mit digitalen Rechnungen

Elektronische Rechnungslegung ist in vielen Unternehmen Alltag. Dennoch sollten Sie einige Fehlerquellen im Blick behalten.

Neues Geldwäschegesetz vom Bundestag beschlossen

Die wesentlichen Änderungen im neuen Geldwäschegesetz durch den Bundestag auf einen Blick.

Verjährungsfristen: Zahlungsansprüche vor Jahresende sichern

Jährlich gehen Gläubigern Millionenbeträge verloren, weil Verjährungsfristen nicht beachtet werden. Kennen Sie die Fristen?

SachsenBAROMETER

Informationen zur wirtschaftlichen
Entwicklung der Region

Sachsenbarometer Herbst 2017 - Gute Stimmung macht höhere Preise

Das Sachsenbarometer zeigt: Die Wirtschaft im Freistaat läuft hervorragend. Daraus wollen die Firmen Nutzen ziehen – mit Preiserhöhungen.

Sachsenbarometer 09/2017 - Sachsens Wirtschaft brummt

Alle Indikatoren des Sachsenbarometers zeigen nach oben. Nur dem Baugewerbe fehlen Fachkräfte.

Sachsenbarometer 1. Halbjahr 2017 - Aufschwung mit Atempause

Die sächsische Wirtschaft wächst kontinuierlich – mal mehr, mal weniger schwungvoll. Dabei sind die Firmen sehr solide.

CrefoANALYSEN

Überregionale Analysen zu
wirtschaftlichen Entwicklung

Zahlungsverhalten in Sachsen, 3. Quartal 2017

Trendwende im Zahlungsverhalten? Vom Musterknaben zum Nachsitzer: Sachsens Unternehmen zahlen Rechnung schlechter.

Unternehmerische Wachstumsstrategien in den ostdeutschen Bundesländern

Die strukturellen Voraussetzungen in Ostdeutschland für unternehmerischen Erfolg gelten als nicht ideal. Dennoch verzeichnen einige ostdeutsche Unternehmen ein überdurchschnittliches Wachstum.

SchuldnerAtlas Deutschland, 2017

Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland ist seit 2014 zum vierten Mal in Folge angestiegen.

Startseite Impressum Über uns Anfahrt Sitemap Presse
(c) Creditreform Dresden | Augsburger Str. 4 | D-01309 Dresden
Tel: +49 351 4444-444 | Fax: +49 351 4444-555 | E-Mail: info@dresden.creditreform.de