Sachsen: Turnaround nach fast einem Jahr

Ist das der Wendepunkt? Im dritten Quartal 2018 hat sich das Zahlungsverhalten im Freistaat Sachsen verschlechtert. War es noch im Laufe des Jahres 2018 – also im ersten Halbjahr – zu Verbesserungen bzw. Verkürzungen beim Zahlungsverzug in Tagen gekommen, ist nun eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal 2018 zu registrieren. Waren es im Sommer noch 9,91 Tage Verzug (Zahlungseingang erst in diesem Zeitraum nach vereinbarter Zahlungsfrist), so sind es nun im Herbst 10,39 Tage. Dies ist immerhin eine Zunahme von einem halben Tag über alle Branchen hinweg.

Ø Zahlungsverzug in den Bundesländern im Vergleich
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Auch in Deutschland ist das Zahlungsverhalten schlechter geworden. Hier nahm der Zahlungsverzug auf 10,20 Tage zu – im zweiten Quartal 2018 waren es noch 9,94 Tage. Immerhin fällt die Zunahme in Deutschland nicht so deutlich wie in Sachsen aus. Sachsen liegt mit dem Wert von 10,39 Tagen auch wieder über dem Wert, der in Deutschland hinzunehmen ist.

Unter Branchengesichtspunkten zeigt sich eine durchaus unterschiedliche Situation. Solche „Spreizungen“ sind typisch für den Beginn von Veränderungen. Während die eine Branche noch weitere Verbesserungen bzw. Verkürzungen beim Zahlungsverzug erreicht, sind es in anderen Wirtschaftssektoren – zum Teil deutliche – Verschlechterungen. Von den zehn Branchen in der Aufstellung nennen fünf Branchen eine Verbesserung, die andere Hälfte spricht von Verschlechterungen beim Zahlungsverzug. So gibt es bei den persönlichen Dienstleistungen, im Bereich Chemie/Kunststoffe und bei der Grundstoffindustrie Verkürzungen beim Zahlungsverzug von rund zwei Tagen. Ebenso markante, negative Veränderungen haben die Konsumgüterindustrie, der Bereich Metall/Elektro, die unternehmensnahen Dienstleistungen sowie der Bereich Verkehr/Logistik hinzunehmen. Nur beim Großhandel fällt die (negative) Veränderung relativ knapp aus. Die Verschlechterung beträgt 0,71 Tage und der Großhandel zählt damit weiterhin zu den Branchen, die sich eines relativ geringen Zahlungsverzugs erfreuen.

Ø Zahlungsverzug in den sächsischen Branchen in Tagen 2017 / 2018
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Verglichen mit den anderen Bundesländern findet sich der Zahlungsverzug in Sachsen im unteren Mittelfeld wieder. Schlusslichter bleiben Mecklenburg-Vorpommern (15,10 Tage), Berlin (12,07 Tage) und Sachsen-Anhalt (11,24 Tage) – Bayern und Hamburg weisen mit 9,30 bzw. 9,33 Tagen die besten Werte auf, wenn es darum geht, durch schnellen Zahlungseingang Liquidität für das Unternehmen zu sichern.

Ø Zahlungsverzug in den Bundesländern im Vergleich
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Erläuterungen:

Grundlage für die Berechnung des Zahlungsverhaltens ist das Debitorenregister (DRD) von Creditreform, in dem ca. 80 Millionen branchenübergreifende Zahlungserfahrungen über deutsche Unternehmen vorliegen. Der Zahlungsverzug eines im DRD gespeicherten Zahlungsbelegs wird in Tagen dargestellt und ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem vereinbarten Zahlungsziel und dem tatsächlichen Zahlungseingang.

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