Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand in Sachsen, Herbst 2018

Sächsischer Mittelstand im Aufwind

Der sächsische Mittelstand beurteilte seine aktuelle Geschäftslage und auch die Geschäftserwartungen deutlich positiver als im Herbst 2017. Der Creditreform Geschäftsklimaindex stieg auf aktuell 34,8 Punkte (Herbst 2017: 14,1 Punkte) und liegt damit erstmals seit drei Jahren wieder über dem bundesdeutschen Wert (27,6 Punkte). Insbesondere die aktuelle Lage wurde von den befragten Unternehmen sehr positiv eingeschätzt. Zudem deuten die Erwartungen der Unternehmen auf eine Fortsetzung der guten Wirtschaftsentwicklung hin. Der Creditreform Geschäftsklimaindex für Sachsen wird auf Basis einer Konjunkturumfrage unter kleinen und mittleren Unternehmen ermittelt.

Deutliche Verbesserungen zeigen sich bei Auftrags- und Umsatzlage. So berichtete knapp die Hälfte der Befragten (47,6 Prozent) von steigenden Auftragseingängen (Vorjahr: 26,1 Prozent). Umsatzsteigerungen meldeten sogar 51,2 Prozent der Befragten, nachdem das im Vorjahr nur bei 29,0 Prozent der Fall war.

Gute Konjunkturaussichten

Die weitere Konjunkturentwicklung beurteilten die Unternehmen aus dem Freistaat insgesamt sehr zuversichtlich. Drei von zehn Befragten (29,3 Prozent) rechnen mit steigenden Auftragseingängen (Vorjahr: 8,7 Prozent). Immerhin 40,2 Prozent der Unternehmen (Vorjahr: 24,6 Prozent) erwarten ein Umsatzplus. Das sind deutlich optimistischere Angaben als im Vorjahr.

Aufgrund der guten Auftragslage dürften die Angebotspreise weiter anziehen. Fast die Hälfte der befragten Mittelständler (46,3 Prozent) will für Produkte und Dienstleistungen die Preise im nächsten Halbjahr erhöhen (Vorjahr: 27,5 Prozent). Preissenkungen sind so gut wie nicht geplant (1,2 Prozent; Vorjahr: 2,9 Prozent).

Kapazitäten sollen ausgebaut werden

57,3 Prozent der befragten Unternehmen haben Investitionen geplant. Dieser Prozentanteil liegt zwar leicht unter dem Vorjahreswert (63,8 Prozent), aber höher als im Bundesdurchschnitt (53,1 Prozent).

Auch beim Personal hat der sächsische Mittelstand offenbar weiterhin großen Bedarf. So gaben 25,6 Prozent der Befragten an, zusätzliche Arbeitskräfte einstellen zu wollen (Vorjahr: 20,3 Prozent). Entlassungen sind nur bei wenigen Unternehmen (3,7 Prozent; Vorjahr: 5,8 Prozent) geplant. Bei 23,2 Prozent der Unternehmen hatte sich der Personalbestand bereits gegenüber dem Jahresbeginn erhöht (Vorjahr: 20,3 Prozent).

Mehr Fremdkapital im Mittelstand

Weiterhin zufrieden sind die Unternehmen mit dem Zahlungsverhalten ihrer Kunden. Erneut verbuchte gut jeder dritte Befragte (35,4 Prozent; Vorjahr: 36,2 Prozent) keinerlei Zahlungsausfälle. Typischerweise sind kleinere Forderungsausfälle bis zu 0,1 Prozent des Umsatzes zu beklagen gewesen (39,0 Prozent; Vorjahr: 37,7 Prozent).

Anhaltend günstige Kreditbedingungen und der Auftragsboom spiegeln sich zum Teil in sinkenden Eigenkapitalquoten wider. 26,8 Prozent der sächsischen Unternehmen sind überwiegend fremdfinanziert und weisen eine sehr niedrige Eigenkapitalquote (unter 10 Prozent) auf. Im Vorjahr waren hiervon weniger Firmen betroffen gewesen (24,6 Prozent). Gut ein Drittel der Unternehmen (34,1 Prozent) gilt als eigenkapitalstark mit einer Eigenkapitalquote von über 30 Prozent. Allerdings hatten das vor einem Jahr noch 39,1 Prozent der Befragten angegeben.

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Neuss/Dresden, 04. Oktober 2018

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