Mittelstand macht mobil

Fragt man die Unternehmen, ob sie die Digitalisierung eher als Chance oder Risiko begreifen, überwiegen mit großer Mehrheit die positiven Aussichten. So sagen neun von zehn Unternehmen (88 Prozent), dass die Digitalisierung für sie eher eine Chance ist – jedes zehnte Unternehmen (11 Prozent) sieht eher das Risiko und 1 Prozent mochte sich dazu nicht äußern. Die allermeisten Unternehmen stehen der Digitalisierung also offen gegenüber. Das zeigt der Digital Office Index 2018 des Digitalverbandes Bitkom.

Aber gilt dies auch für den Mittelstand? Oder sieht er in der Digitalisierung eher Risiken? Wie weit sind die mittelständischen Unternehmen in Sachen „digitaler Wandel“? Die Creditreform Wirtschaftsforschung hat kleine und mittlere Unternehmen im Herbst befragt – und zwar ganz konkret im Hinblick auf sein operatives Geschäft.

Digitale Fachkräfte?

Viel ist die Rede vom Fachkräftemangel. Kann der Wandel der Wirtschaft hin zu digitalen Technologien möglicherweise dem Fachkräftemangel entgegenwirken? Letzteres beurteilten die befragten Unternehmen eher pessimistisch. Lediglich jeder zehnte Befragte (10,3 Prozent) erwartet, dass die Digitalisierung von Geschäftsprozessen das Fachkräfteproblem lösen kann. Am ehesten stimmten noch Unternehmen aus dem Dienstleistungsgewerbe und dem Verarbeitenden Gewerbe dieser These zu. Aus Sicht der mittelständischen Unternehmen werden wohl viele Tätigkeiten auch künftig von qualifiziertem Personal ausgeführt werden müssen. Und genau das ist immer schwieriger zu finden.

Und was macht die „Plattform-Ökonomie“? Online-Plattformen als eine Form der Digitalisierung, speziell als Verkaufsplattform für Produkte und Dienstleistungen, spielen im traditionellen Mittelstand eine untergeordnete Rolle. 86,1 Prozent der Befragten nutzen Anbieter wie „Amazon“ oder „MyHammer“ nicht im betrieblichen Alltag. Lediglich für eine Minderheit von 2,3 Prozent der Befragten ist das Geschäftsmodell hauptsächlich auf die sogenannten Plattform-Ökonomien ausgerichtet. Überdurchschnittlich oft ist das im Handel der Fall. Zudem wird von vielen Händlern schon ein Teil des Geschäftes online erwirtschaftet (21,1 Prozent der Befragten). Der Anteil am Gesamtumsatz liegt aber meist noch unter 10 Prozent. Gegenüber dem Frühjahr 2017, als den Unternehmen diese Frage bereits einmal gestellt wurde, zeigt sich im Trend eine häufigere Nutzung – insbesondere im Handel.

Plattform für Einkauf nutzen

Deutlich affiner zeigen sich die KMU in der jüngsten Creditreform Mittelstands-Befragung bei Einkaufsplattformen. Für den Einkauf (z. B. von Material) werden das Internet und die Plattform-Ökonomie genutzt. Knapp die Hälfte der Befragten (54,5 Prozent) bezieht Material oder Vorprodukte wenigstens teilweise über das Internet. Für 44,1 Prozent der Mittelständler spielt der Online-Einkauf dagegen keine Rolle.

Die Digitalisierung ist nicht umsonst zu haben. Konzerne richten Fachbereiche ein und arbeiten mit Start-ups zusammen. Kann sich der Mittelstand die Digitalisierung leisten? Um für den digitalen Wandel gerüstet zu sein, sehen die befragten Unternehmen in der Regel Investitionsbedarf. Immerhin rund jeder Vierte (23,9 Prozent) bezeichnete den Investitionsbedarf als hoch bzw. sehr hoch. Dabei könnten Investitionen erforderlich werden, weil die Unternehmen Nachholbedarf in Sachen „Digitalisierung“ sehen oder aber, weil das digitale Geschäft ausgebaut werden soll. Sehr gering bzw. gering ist der Investitionsbedarf anscheinend im Baugewerbe (33,5 Prozent der Befragten).  

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