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CrefoINFO - Die Mitarbeiter machen den Unterschied - Innovationen in jungen Unternehmen

Im Zuge der Digitalisierung gibt es vielfältige Beispiele für innovative junge Unternehmen, die mit neuen Ideen die Wirtschaft verändern. Vor wenigen Jahren neu gergründete und heute weltbekannte Unternehmen haben die Art mit Kunden zu kommunizieren, Marketingkampagnen durchzuführen, oder unternehmernsinterne Kommunikation zu organisieren verändert und beschleundigt.

Vielfältige Beispiele für innovative junge Unternehmen, die mit neuen Ideen aufwarten und damit die Wirtschaft verändern, gibt es im Zuge der Digitalisierung. Vor wenigen Jahren neu gegründete und heute weltbekannte Unternehmen wie Facebook, Google oder Skype haben, neben Auswirkungen auf den privaten Lebensbereich, die Art mit Kunden zu kommunizieren, Marketingkampagnen durchzuführen oder unternehmensinterne Kommunikation zu organisieren, verändert und vor allem beschleunigt.

Aber was sorgt eigentlich dafür, dass in einem jungen Unternehmen innovative Ideen entwickelt und in die Tat umgesetzt werden? Der vielleicht wichtigste Schlüssel dazu scheint, laut der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema, in den Kenntnissen, Fähigkeiten und Ideen, der in den Unternehmen beschäftigten Personen, zu liegen. Personen, die über einen breiten Schatz an Kenntnissen und Fähigkeiten verfügen, können bestehendes Wissen besonders gut aufneh¬men und sind in besonderem Maße dazu in der Lage, daraus neue Ideen zu entwickeln. Während für große etablierte Unternehmen gezeigt wurde, dass nicht nur das Wissen und die Fähigkeiten der Unternehmensführung ein wichtiger Baustein für die Innovationsleistung sind, sondern auch die Mitarbeiter zu Innovationen beitragen, wird die Performance junger Unternehmen oft ausschließlich mit den Gründerpersonen verknüpft. Die Gründer haben im Normalfall die Produktidee, die überhaupt erst zum Entstehen eines Unternehmens führt, und müssen, zumindest zu Beginn, häufig alleine die Finanzierung ihres gesamten Vorhabens stemmen. Gleichwohl stellen etwa die Hälfte aller jungen Unternehmen bereits im Gründungsjahr zusätzliche Mitarbeiter ein.

Hohe Qualifikation ist Voraussetzung

Auswertungen aus dem Mannheimer Gründungspanel und diesem zugespielte Daten über die Beschäftigten in den befragten Unternehmen sollen einen Eindruck davon vermitteln, inwieweit auch bereits die ersten Mitarbeiter zur Innovationsleistung junger Unternehmen beitragen. Als innovativ werden Unternehmen in den Jahren bezeichnet, in denen sie eine nationale oder weltweite Marktneuheit auf den Markt bringen. Ein Blick auf die formalen Qualifikationsniveaus von Gründern und Angestellten in jungen Unternehmen zeigt, dass innovative junge Unternehmen deutlich häufiger von Gründern mit Hochschulabschlüssen gegründet werden als andere junge Unternehmen. Ein ähnliches Bild zeigt sich für die Angestellten junger Unternehmen. Unternehmen, die Innovationen hervorbringen, verfügen mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit über zumindest einen hochqualifizierten Angestellten als der Durchschnitt aller Unternehmen.

Dies kann auf mehrere Effekte hinweisen. Zum einen darauf, dass hochqualifizierte Angestellte in überproportionalem Maße zu Innovationen beitragen. Zum anderen ist bekannt, dass hochqualifizierte Gründer überproportional häufig hochqualifizierte Angestellte beschäftigen. Der gemessene Effekt könnte daher zum Teil darauf beruhen, dass hochqualifizierte Gründer sowohl innovativer sind, als auch vergleichsweise häufiger hochqualifizierte Mitarbeiter beschäftigen als geringer qualifizierte Gründer.

Neben der Höhe der Qualifikation ist auch die Art der fachlichen Kompetenzen von Gründern und Angestellten für Innovationsprozesse in Unternehmen von Bedeutung. Besonders wichtig sind vor allem kaufmännische und technische Kompetenzen, da sie für die Sicherstellung der Finanzierung, die technische Entwicklung und die Vermarktung eines neuen Produkts benötigt werden.

Der "Nerd" braucht noch einen Finanzfachmann

Interessanterweise unterscheiden sich die Gründer innovativer Gründungen bezüglich ihrer technischen und kaufmännischen Kompetenzen nur geringfügig vom Durchschnitt aller Unternehmen. Während 26 Prozent der Gründer aller Unternehmen über eine kaufmännische Berufskompetenz verfügen, sind es unter innovativen Gründungen 28 Prozent. Analog verfügen 58 Prozent aller Gründungen über technische Kompetenz im Gründungsteam, während dies bei 60 Prozent der innovativen Gründungen der Fall ist. Dies steht im Kontrast zu den deutlich sichtbaren Unterschieden bei den Qualifikationshöhen.

Mit Blick auf zusätzliche Angestellte zeigen sich bezüglich fachlicher Kompetenzen deutliche Unterschiede zwischen innovativen und nicht innovativen jungen Unternehmen. Innovative junge Unternehmen verfügen häufiger über Angestellte mit kaufmännischer Kompetenz (58 Prozent der Unternehmen) als der Durchschnitt aller Gründungen (46 Prozent). Ebenso verfügen innovative Gründungen häufiger über Angestellte mit technischer Kompetenz (58 Prozent) als der Durchschnitt aller jungen Unternehmen (49 Prozent).

Durch Angestellte eingebrachte Kompetenzen scheinen also, im Hinblick auf die Entwicklung und Vermarktung von Innovationen, wichtige Unterschiede zwischen jungen Unternehmen zu erklären. Dafür können wiederum verschiedene Mechanis¬men verantwortlich sein. Zum einen können die fachlichen Fertigkeiten der Angestellten direkt dazu führen, dass in einem jungen Unternehmen eine neue Produktidee zustande kommt und umgesetzt wird. Zum anderen kann der Effekt aber auch dadurch entstehen, dass Unternehmensgründer ihre eigenen Fähigkeiten gezielt durch weitere Kompetenzen erweitern. Beispielsweise wenn sie selbst eine Produktidee haben und diese mithilfe zusätzlicher Angestellter umsetzen oder sie zusätzliche Angestellte für die Vermarktung eines neuen Produkts engagieren, um sich selbst verstärkt auf die Produktentwicklung konzentrieren zu können.

ZEW untersucht Innovationsleistungen

Die Auswertungen des ZEW belegen somit einen positiven Zusammenhang zwischen der Innovationsleistung junger Unternehmen und dem Bildungsniveau und den Kompetenzen ihrer Mitarbeiter. Innovative Unternehmen verfügen mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit über hochqualifizierte Gründer und Angestellte als andere Unternehmen. Bezüglich fachlicher, kaufmännischer und technischer Kompetenzen unterscheiden sich innovative und nicht innovative Unternehmensgründungen vor allem durch ihre Angestellten. Während die Gründertypen beider Unternehmensgruppen vergleichbar sind, weisen innovative Gründungen deutlich häufiger Angestellte mit kaufmännischen oder technischen Kompetenzen auf. Dies spricht dafür, dass sich geeignete fachliche Fähigkeiten von Angestellten positiv auf die Innovationsleistung junger Unternehmen auswirken und Gründer daher gezielt Angestellte für Aufgabengebiete einstellen, in denen sie selbst nicht über ausreichend Kompetenzen verfügen.

Zum Hintergrund: Kaufmännische und technische Kompetenzen werden aus den Ausbildungsfächern beziehungsweise ausgeübten Berufen von Gründern und Angestellten abgeleitet. Die Kategorisierung erfolgt anhand von durch die Bundesagentur für Arbeit bereitgestellten Berufssystematiken. Kompetenzen von Gründungsteam und Angestellten werden im Jahr vor der Messung des Innovationsoutputs gemessen, um zu garantieren, dass die jeweiligen Angestellten bereits ausreichend lange vor dem Markstart einer Marktneuheit im Unternehmen waren und somit potenziell zum Innovationserfolg beitragen konnten.

Quelle: Martin Murmann, ZEW

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